Kolumne Wochenspiegel vom 17.01.12
Sagt auch Peugeot bald „Adieu“?
Wir erinnern uns noch gut, mit welchen politischen Breitseiten sich Annegret Kramp-Karrenbauer im Oktober 2011 in den Saarbrücker OB-Wahlkampf böse ein-gemischt hat: „Wenn wir im Saarland stark sein wollen, brauchen wir eine starke Stadt. Es ist eine Schande, dass diese Stadt nicht besser regiert wird.“ Stattdessen gebe es Stillstand. Frau Britz ist immerhin auch stellvertretende Landesvorsitzende der Saar-SPD, jener Partei, die jetzt bei Frau Kramp-Karrenbauers CDU ins Koalitionsbett schlüpfen will.
Fazit: Die Logik von Politik muss man nicht immer verstehen. Vor allem die der SPD-Granden nicht, die eigentlich für saubere Neuwahlen sein müssten. Gespannt sein darf man, wie CDU und SPD in den nächsten Wochen im Rat der Stadt miteinander umgehen. Bisher gab es da mehr Zoff als freundliche Umgangstöne. Was aber vor allem an der CDU lag. Wichtiger als diese politischen Tändeleien sind jedoch andere Fragen für Saarbrücken. Zum Beispiel die, ob die Deutschland-Zentrale von Peugeot weiter in Saarbrücken bleiben wird. Peugeot ist ein sehr großer Steuerzahler, werden doch alle in Deutschland verkauften Autos hier faktoriert. Und es arbeiten über 300 Mitarbeiter bei Peugeot in Saarbrücken.
Seit 1976 firmieren die Autobauer Peugeot und Citroen unter dem gemeinsamen Konzerndach PSA. Weltweit werden deshalb in den nationalen Märkten die Ver-waltungen, der Vertrieb und der IT- und der Marketingbereich zusammengelegt. Vor allem aus Gründen der Kostenersparnis.
Hoffen wir, dass es Frau Britz und der neuen Landesregierung gelingt, die Weichen pro Saarland und damit pro Saarbrücken zu stellen. Alles andere wäre eine Katastrophe.
Ihr Friedhelm Fiedler